BERKEL - Eine Geschichte voller Leidenschaft
und mechanischem Perfektionismus

Der Rotterdamer Fleischermeister Wilhelmus Adrianus van Berkel erfand in den 1890er Jahren eine Maschine mit Handautomatik, um Schinken, Wurst und Fleisch präziser und schneller als zuvor schneiden zu können. Das Berkel-Patent bestand darin, dass ein Handrad einen beweglichen Tischschlitten in Bewegung setzte, der einer scharfen, sich drehenden Klinge entgegen glitt. Vor van Berkels Idee waren Fleischer und Gastronomen auf gewetzte Messer angewiesen.

Schon am 12. Oktober 1898 gründete Berkel in Rotterdam weltweit die erste Fabrik für Aufschnittmaschinen. Im Jahr 1899 verkaufte und versendete er bereits 84 Aufschnittmaschinen.

Berkels Schneidemaschine entwickelte sich schnell weiter. Spätere Modelle wurden mit Schleifköpfen ausgestattet, so dass die Klingen scharf blieben. Die Modelle L und R oder R 1 aus den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts sind seltene Sammlermodelle geworden.

In den Jahren 1907 und 1908 expandierte van Berkel ins Ausland und war sehr erfolgreich. Im Jahr 1908 lieferte er bereits 2734 Aufschnittmaschinen aus, von denen ungefähr die Hälfte an England und in die britischen Kolonien gingen.

1909 wurde in den Vereinigten Staaten eine weitere Manufaktur bei Chicago gegründet, die bald vergrössert und 1915 nach La Porte, Indiana, verlagert wurde. Hier wurde dann ab 1915 bis 1928 unter anderem die wohl kleinste Berkel Maschine gebaut, das Berkel Model Indiana oder Modell B, welches bei Abmessungen von 47 × 45 × 68 cm (B × L × H) trotzdem eine Schnittbreite von 20 cm vorweisen kann.

2001 wurde die Produktionsstätte ein weiteres Mal, diesmal nach South Bend, Indiana, verlagert. Der lateinamerikanische Markt wurde bis in die 1950er Jahre von Indiana aus mit Berkel Patent-Modellen beliefert.

Der Anfang war das Modell A von 1898. Dieses wurde kontinuierlich weiter verbessert und an die Wünsche der Fleischereien angepasst. Mit am bekanntesten ist das Modell L beziehungsweise das Schwestermodell K. Dieses unterscheidet sich nur in der grösseren Schnittgrösse vom Modell L. Bei dieser Maschine bewegte sich der Schlitten auf vier Rädern, bei Modell 1 bzw. R 1 wird der Schlitten durch einen Arm bewegt. Das Modell 3 ist das letzte mit durchbrochenem Rad. Anschliessend wurden aus Gründen der leichteren Reinigung nur noch geschlossene Schwungräder verbaut.

Liste der Bauzeit der europäischen Modelle:

• Modell A-D: 1898-1906
• Modell L/K/M: 1906-1916
• Modell 1: 1907-1918
• Modell 3: 1918-1922 (das letzte mit durchbrochenem Rad − „Flower Wheel")
• Modell 5: 1922-1926
• Modell 7: 1925-1928
• Modell 8: 1928-1948 (auch in Varianten als Modell 8-21 oder 21 bekannt)
• Modell NL: Anfang 30er-Jahre (Vorgänger des Modells 9)
• Modell 9/11: 1936-1969 (einziger Unterschied zwischen den Modellen 9 und 11 ist der geschwungene Körper der Maschine)
• Modell 10 (Nachfolger des Modells 8/21)
• Modell 12 (50er- und 60er-Jahre, Nachfolger des Modells 10 Mischung aus Modell 5,21 und 8, technisch gab es keine Verbesserung)
• Modell 115 (60er-/80er-Jahre: Modelle 115 [manuell], 115 E [elektrisch] und 115 EP [elektrisch mit Scheibenstapelanlage])
• Modell 114: 330-mm-Messer (aktuelles Modell)
• Modell 116: 370-mm-Messer (aktuelles Modell)

In den Anfangsjahren waren bei den Modellwechseln grössere Entwicklungsschritte möglich. Bei jedem Modell wurden immer weitere Verbesserungen hinzugefügt, die das Reinigen und die Bedienung vereinfachen sollten.

Das Modell 21 und das kleinere Modell 9 wurden technisch und mechanisch verbessert. Diese gehören heute zu den am besten funktionierenden Maschinen. Das Schnittgut lässt sich stufenlos fixieren, ausserdem war die Halterung nach vorne offen; somit war das Beladen mit einem grossen Schinken einfacher. Der Schärfmechanismus wurde verkleinert.

Liste der Bauzeit der US Berkel Modelle (U.S. Slicing Machine Company):

• No 1: 1908-1914 (fast baugleich mit dem europäischen Model 1)
• Modell 50: 1915
• Modell 70: 1914-1916
• Modell B80: 1916-1919
• Modell B: 1916-1928 (in verschiedenen Versionen gebaute, kleinste Maschine von Berkel, die Spitznamen waren Indiana oder Baby)
• Modell B100: 1919-1927
• Modell B100ST: 1919-1927 (das Model B100 hatte eine Scheibenstapelanlage)
• Modell B110: 1927-1930 (Nachfolger des Modells B100, mit nur kleineren Änderungen)
• Modell 7: 1927-1931 (etwas kleinere Maschine, Nachfolger des Modells B)
• Modell C, D, E, F: ab 1931 (das Modell E mit Scheibenstapelanlage war baugleich zum englischen Modell 20)
• Modell 125ST: Mitte 30er-Jahre (elektrische Maschine mit Schwungrad, Nachfolger des Modells B100 ST)
• Modell 150
• Modell 170
• Modell 180 (heutige industriell genutzte Maschine mit Scheibenstabelanlage und Förderband)

Liste der in England gebauten Modelle (Berkel & Parnalls London):

• Modell M: 1906-1916 (größte in England gebaute Maschine)
• Modell K: 1906-1916 (etwas kleiner als M, aber grösser als L)
• Modell 20, 21, 22, 23 (je höher die Zahl, desto grösser die Maschine)
• Modell 31, 32, 33 (Nachfolger der Modelle 20-23)

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